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Das Rennen innerhalb der Automobilindustrie

27.04.2010, 11:56 Uhr

Business Lunch am 13. April 2010 zu den Themen nachhaltige Mobilität und energieeffiziente Produktion

Im Produktionsprozess Energie zu sparen sowie alternative Antriebstechnologien zu entwickeln – Das sind zwei wichtige Innovationsaufgaben der Automobilhersteller und ihrer Zulieferer. Welche Rolle die Dürr AG als Maschinen- und Anlagenbauer in diesem Prozess spielt, darüber sprach der Vorstandsvorsitzende Ralf Dieter beim Business Lunch am 13. April 2010.

Die Energieeffizienz von Autos ist in aller Munde. „Allerdings ist es zu kurz gegriffen, die CO²-Diskussion auf den Fahrzeugausstoß zu fokussieren“, begann Ralf Dieter, Vorsitzender des Vorstands der Dürr AG, seinen Vortrag beim Business Lunch von bwcon. Denn bereits in der Produktion eines Autos entstehen sechs Tonnen CO², das sind immerhin 22 Prozent der CO²-Emissionen im gesamten Pkw-Lebenszyklus. Es gilt also nicht nur zu betrachten, was Autos verbrauchen, sondern auch, wie sie hergestellt werden. Hier können Ausrüster der Automobilhersteller ansetzen – wie eben die Dürr AG.

Im Produktionsprozess Energie sparen

Dürr ist ein globaler Systempartner der Automobil- und Zulieferindustrie. Bekannt ist der Konzern vor allem für seine Lackierereien. Kein Wunder, schließlich sind weltweit rund 60 Prozent aller Lackierereien mit Technologien von Dürr ausgestattet. Und genau hier ist Energieeffizienz gefragt, schließlich wird hier am meisten Energie verbraucht. „Bei diesem komplexen Produktionsprozess betragen die Energiekosten pro Fahrzeug im Schnitt 30 bis 40 Euro; im Jahr 2011 werden es bereits 40 bis 56 Euro sein“, rechnete Ralf Dieter vor. Dürr bietet ein Optimierungspaket für Lackierereien, mit denen sich bis zu 47 Prozent Energie einsparen lassen. Allein 20 Prozent lassen sich mit einer Lösung zur Trockenabscheidung überschüssigens Lacks einsparen, dieses System namens Eco Dry Scrubber kommt in der Lackierkabine zum Einsatz. Die Trockenabscheidung der Lackpartikel ermöglicht es, die exakt temperierte Kabinenluft im Kreislauf zu führen, also immer wieder zu verwenden. Dadurch muss weniger Frischluft temperiert und zugeführt werden, was den Energiebedarf massiv senkt. 14 entsprechende Anlagen hat Dürr bereits verkauft. „Die  Nachfrage ist groß, auch aus China, wo mittlerweile sehr wohl auf ökologische Aspekte bei der Produktion geachtet wird“, so Ralf Dieter. „Ausländische Kunden erwarten von uns Deutschen, dass wir beim Thema Umwelttechnik vorangehen.“

Wettkampf um nachhaltige Antriebe

Nachhaltige Antriebstechnologie ist ein weiteres wichtiges Thema der Automobilindustrie. Die Produktion von Batterien ist wegen des hohen Ausschusses bislang sehr teuer. Automatisierung und Stückzahlsteigerung sind die wichtigsten Hebel zur Senkung der Kosten. Auch Dürr will in diesem Zukunftsfeld mitmischen. Eine Linie für die Batteriemontage ist in Planung.

Wann kommt das Elektroauto?

Und natürlich bewegt die Automobilindustrie die Frage, wann das Elektroauto kommt. Hersteller wie Mitsubishi, Peugeot, Nissan, Daimler, BYD und GM haben den Markteintritt für dieses Jahr angekündigt. In Deutschland ist für das Jahr 2020 eine Million Autos mit Elektroantrieb prognostiziert. Ralf Dieter wies darauf hin, dass Elektroautos noch lange nicht so komfortabel sein werden, wie man es von den bisherigen Autos gewohnt sei. „Das Elektroauto wird kommen, es wird aber noch einige Jahre dauern, bis es großserienreif ist“, so die Einschätzung von Ralf Dieter, dessen Fazit lautet: „Wer weltweit das Rennen gewinnt, ist noch nicht entschieden. Deutschland hat jedenfalls gute Chancen, vorne mit dabei zu sein.“

Text: Gitta Rohling (auftrag-wort.de)


 

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